ich war lange unterwegs, um bei mir selbst anzukommen.
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Guten Morgen ||. Das Herz will noch immer nicht. Sich beflügeln. Ich frage mich wie es mir früher möglich war, so frei heraus Blogeinträge zu verfassen. Vielleicht war es möglich, weil ich in ein gewisses, geschütztes Umfeld gebettet war, vertraute Leser. Wenn ich auch immer schrieb, man schriebe nur für sich, es sind doch auch immer die Leser, die das Scheiben schreibenswert machen. Nun, wie dem auch sei. Der heutige Tag ist sonnig. N. ist in Mexiko gelandet, ich habe meine erste Tasse Kaffee getrunken, alles sehr unspektakulär, und W. gesagt, dass ich nicht mit ihm aufs Konzert gehen werde, weil ich glaube, dass W. sich selbst nicht über seine Beweggründe im Klaren ist (das habe ich ihm aber nicht gesagt). || Vielleicht bin auch ich selbst mir nicht ganz im Klaren. W. ist einer von denen, die ich immer überflügeln wollte, weil sie mir angestaubt erschienen, so korrekt, so zielstrebig und ehgeizig. Ich wollte zeigen: Durch Liebe lässt sich mehr erreichen als durch Eifer. Und nun erzählt er mir, dass ich eingeschlagen hätte wie ein Blitz in seine Seelenlandschaft, dass er sich vom Musterstudenten weg entwickeln wolle. Das absurde ist aber, dass ich jederzeit gerne diese Musterstudentin gewesen wäre, das Mädchen, das man vorzeigt, dem man die Stipendien hinterher wirft. ... Dass er das alles nun ausgerechnet wegen mir nicht mehr schätzt, erscheint mir lächerlich. Ich denke, meine Absage wird ihn verletzen, weil er es persönlich nehmen wird, doch die Sache ist noch viel generellerer Natur. In einem heimlichen Winkel meines Hirns, denke ich noch immer an S., dessen Mail ich mich nicht mal zu lesen traue, obwohl da sicher nur ein Satz stehen wird, und das seit bald einer Woche. Ich öffne mein Mailfach und spare seine Mail ängstlich aus, weil ich nicht lesen möchte, dass ihn mein Verhalten nervt, dass ich mich lächerlich mache oder entblöße, weil ich nicht lesen will, dass er eine Freundin hat und an mir nicht interessiert ist. Da sind also diese Gedanken an S., und komische Gedanken, auch schleicht sich mir die Aussage ein, Frauen könnten nur lieben und sich nur über Männer definieren. Wären sie doch mehr so wie die Männer und würden sich anhand ihrer eigenen Taten definieren. Und genau das habe ich vor. Ich will mich nicht an Beziehungsverstrickungen aufhängen, sondern viel mehr irgendwann meinen Namen als ein Objekt betrachten, das zwar zu mir gehört, dennoch aber weit von mir entfernt ist. Eine Loslösung war wohl immer mein innigster Wunsch und nicht das Gebundensein. || Eben deshalb gelang es mir bislang auch nicht, trotz S. anfänglichen, offensichtlichen Interesses, ihm nahe zu treten, denn ich würde mich wirklich in ihn verlieben wie ein kleines Mädchen und das ist meinem Alter nicht mehr angemessen. Man(n) erwartet eine möglichst reife, selbstbewusste Frau; oder vielleicht ist das auch nur mein eigener Eindruck, wer weiß schon immer, was die anderen tatsächlich wollen und denken. Vielleicht bin ich ihm nicht mal einen Gedanken wert. Ich habe einen Essay von S. gelesen, zufällig, er schrieb darüber über ein Mädchen, in das er sich mal verliebt hätte, mit Zahnspange und so, alles voll goldig, ja, es war: einfach goldig, es war so ein Herzknuff, was schreib ich. All diese flüchtigen Begegnungen mit ihm, wenn ich reinkomme und er seinen Blick senkt, aber noch eine Weile auf meinen Körper schaut (oder bilde ich mir auch das ein?), wie ich reinkomme und er mich anlächelt, wie sich unsere Gedanken verlieren in unseren Augen, die einander ausweichen ins unergründbare Nichts oder ein anderes Gegenüber ansprechen, und wie ich lächelte, in seiner Gegenwart, wie er die blaue Mütze über den Kopf zieht, wie ich verplant an ihm vorbei renne, wie er mir hinterher schaut, wie ich den Kaffee über seiner Jacke ausleere. Bilde ich mir all das nur ein? Ist an all dem wirklich nichts dran? Habe ich dermaßen an der Realität vorbei phantasiert? Oder war mein sonstiges Verhalten so schlimm? Ich wollte immer selbstsicher wirken, ich wollte auch ihm, und vor allem mir selbst wohl zeigen, dass ich nicht verletzbar bin. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich nicht verletzbar bin, ich wollte mich selbst davon überzeugen, dass ich nicht verletzbar bin, ich will nicht verletzt werden. Dann war da dieses Gespräch und seitdem ist alles irgendwie anders. Er sprach am Telefon und es hörte sich so an, als spräche er mit seiner Freundin und ich fragte mich, ob unsere Begegnungen tatsächlich so wenige Funken gehabt haben. Ob ich tatsächlich so eine gewöhnliche, leicht auswechselbare Frau geworden bin, wobei er mich ja noch nicht einmal auswechseln musste. Und wieder definiere ich mich nur über das, was Männer über mich denken.
12.2.12 09:35


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Sie ist 26, wurde geboren, zog von X nach Y und von Y wieder nach X und ist jetzt in Z. Z ist eine wunderbare Stadt und sie wurde herzlich aufgenommen in Z. Sie hat studiert in X und Y und studiert nun etwas anderes in Z. Sie fühlt sich sehr wohl in Z und hat eigentlich keinen Grund, sich zu beklagen. Von den Männern wird sie gemocht, immer gibt es irgendwen, der sich für sie interessiert, nur sie selbst mag sich nicht leiden. Männer sind für sie ein merkwürdiges und anderes Universum und gelegentlich glaubt sie, dass sie Frauen lieber mag. Sie schreibt Gedichte, schreibt an einem längeren Prosawerk, sie schreibt Aphorismen, sie macht Musik, und ist momentan vorübergehend wieder in X. Wenn sie nach Z. zurück geht, was bald sein wird, muss sie vor allem für ihren Unterhalt sorgen, dies wird sie tun, indem sie Musikunterricht gibt, korrepetiert und in Caféhäusern spielt. Zudem wird sie lesen und schreiben und auf Ausstellungen mitwirken. Ihr Träume haben sich zu großen Teilen schon erfüllt und sie ist froh, das von sich behaupten zu können. Vollständig ist das Glück jedoch nicht. Lange war sie noch nicht "bei sich" und niemand sah, dass sie blühen wollte. Sie war magersüchtig, SVV-Patientin und vieles mehr, alles in allem hochsensibel und hochbegabt, was zu vielen Schwierigkeiten geführt hat. Nun ist sie aber angekommen und möchte ihren Weg weitergehen, und möchte teilen, mitteilen und sich immer wieder sebst begegnen, sie möchte sich die Möglichkeit bewahren, sich vor der Welt zu verstecken und in einem kleinen Winkel des Universums, sich selbst zu begegnen (den tiefsten Ängsten, den lächerlichsten Alltäglichkeiten und all dem). Sie hat eine Lomographie-Kamera, ein überschäumendes Herz und oft wenig Geduld. Ihr Traum ist es, Berufsschriftstellerin zu werden, ein Werk zu schreiben, das von Bedeutung ist, für sie und für die Menschen. Beim Kopfgeldjäger wurde ihr heute ein Amélie-Haarschnitt verpasst. Sie sieht nun aus wie eine brave Hausfrau, ist aber alles andere, kann, ja eigentlich, gar nicht kochen. Dieses Blog soll auch der Disziplinierung von Madame dienen, da Madame nun zwangsläufig vorübergehend bei ihren Eltern weilt und Madame gewissen Phobien hat was Leibesfülle betrifft. Madame wird notieren: Heute wird nichts mehr gegessen. Außerdem versucht Madame mit dem Rauchen aufzuhören, denn Rauchen gefährdet, bekanntlich, die Gesundheit. Ferner soll dieses Blog die Funktion eines Übeplans erfüllen, da Madame im Juni diesen Jahres ihren zweiten Abschluss spielen wird, der da aussieht: Rameau - Suite (4 Stücke) Beethoven - Sonate Opus 11 Rachmaninoff - Corelli Variationen Debussy - 3 Preludes (John Cage - Etudes Australes) Prokofjev - Klavierkonzert Nr. 1 oder: Mozart Klavierkonzert d-moll Insbesondere deshalb ist es eine Herausforderung, da sie die meiste in Z. weilt, wo sie nicht so gut üben kann und nun zum Unterricht zwischen Z. und X hin- und herpendelt. Es macht ihr nichts aus, für komisch gehalten zu werden, so lange sie frei atmen kann. Es macht ihr nichts aus, arm zu sein, so lange sie frei atmen kann. Für sie gibt es keinen größeren Wert als die Freiheit, doch sie weiß, dass sie für diese Freiheit durch gewisse Normen gehen muss. Sie liebt das Leben, so viel steht fest, sie liebt ihre schnuckelige Altbauwohnung, und hofft immer das beste. Sie denkt sich die Welt oft viel zu gut und möchte nirgendwo anecken. Vielleicht deshalb tendiert sie dazu, sich Rundungen anzuessen, auch wenn sie momentan eher zu wenig auf den Rippen hat, wie immer behauptet wird und sie auch gerne hätte, dass das so bleibt. Sie ist klein, zierlich, weiß aber eigentlich genau was sie will. Oft fühlt sie sich ein wenig gespalten, aber was soll das alles, denkt sie, jeder ist, wie er ist. Sie liebt Kleider.
11.2.12 15:00





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